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Was ist bei der Dacheindeckung zu beachten?

Damit das Dach seine Bewohner und die Bausubstanz des Gebäudes zuverlässig vor Witterungseinflüssen schützt, solltest du die Dacheindeckung professionell und mit modernen Dachbaustoffen durchführen. Herbststürme, Sommer-Dauerregen und extreme Temperaturschwankungen hinterlassen über die Jahre am Dach ihre Spuren.

Dacheindeckungen betreffen in der Regel das komplette Dach. Ausbesserungen oder Sanierungenbeziehen sich hingegen auf einzelne Teilbereiche des Daches. Welche Dachbaustoffe dabei zum Einsatz kommen, welche Möglichkeiten der Dacheindeckung es überhaupt gibt und wie dadurch die Optik des Hauses beeinflusst wird, erfährst du in unserem brandneuen Beitrag.

Das solltest Du über die Dacheindeckung wissen

Nicht jedes Material eignet sich für Dachdeckungen. Dachpfannen, Bleche oder Steine sollten jedoch zur Optik des Hauses passen, zuverlässig abdichten und rutschsicher anzubringen sein. Regenwasser darf sich nicht auf und unter dem Dach stauen, da sich sonst gesundheitsgefährdende Schimmelpilzeim Gebäude ausbreiten können.

Die gängigen Dachbaustoffe unterscheiden sich hinsichtlich Gewicht, Lebensdauer, Anschaffungskosten und ihren spezifischen Eigenschaften. Dachform, Dachneigung, Bauvorschriften sowie der Baustil des Hauses haben einen entscheidenden Einfluss auf die Auswahl der Materialien.

Folgende Materialien stehen zum Dachdecken zur Wahl:

  • Tondachziegel
  • Betondachsteine
  • Unterspannbahnen
  • Dachabdichtung
  • Wellplatten (Faserzementplatten)
  • Dachbleche
  • Dachplatten aus Aluminium, Kupfer oder Titanzink
  • Schindeln
  • Dachbegrünungssysteme
  • Schweißbahnen
  • Dachpappe
  • Abdichtungsbänder
  • direktdeckende Solarmodule

Wie lange hält ein neues Dach?

  • Dach aus Tonziegeln ca. 80 bis 100 Jahre
  • Dach aus Betonpfannen ca. 60 bis 80 Jahre
  • Metalldach ca. 30 bis 80 Jahre
  • Dach aus Wellpappe ca. 10 bis 20 Jahre

Je regelmäßiger ein Dach gewartet und instandgesetzt wird, desto länger seine Lebensdauer. Aber auch Einflussfaktoren wie die Wetterbedingungen spielen eine große Rolle.

Dacheindeckung: Erlaubt ist was gefällt?

Das wäre zu schön! Damit Hausbesitzer keinen unnötigen Ärger mit der Gemeinde riskieren, ist vor Beauftragung von Dacharbeiten der Gang zum ortansässigen Bauamt ein absolutes Muss. Im dort geführten Bebauungsplan sind Vorgaben hinterlegt, zur Farbe der Dacheindeckung, der Art der Dachdeckung, den Baumaterialien sowie der Ausrichtung des Dachfirstes. Diese Angaben können regional unterschiedlich ausfallen.

Welche Rolle spielt die Dachneigung?

Orientierung liefert Dir die Regeldachneigung. Dieser Richtwert gibt an bis zu welcher Neigung des Daches die Eindeckungsmaterialien als regensicher gelten.

Folgende Empfehlungen helfen Dir das richtige Material für das zu deckende Dach auszuwählen:

  • bei Satteldächern mit einer Neigung größer als 22 Grad werden in der Regel Falzziegel eingesetzt
  • Beträgt die Dachneigung bis zu 35 Grad, bevorzugen Profis Flachziegel wie den Biberschwanz
  • Steilere Dächer (ab einem Neigungswinkel von 40 Grad) werden gewöhnlich mit Hohlziegeln gedeckt

Arten der Dacheindeckung: harte vs. weiche Bedachung

Generell wird beim Dachbau zwischen harten und weichen Bedachungen unterschieden. Wie du sicher bereits ahnst, ist der Härtegrad der Dachbaustoffe dabei entscheidend. Harte Materialien werden auf die Dachhaut gedeckt. Weiche Dachbedeckungen hingegen selbst als Dachhaut verwendet.

Weiche Dachdeckungen mit Gras oder Reet sind bei uns vor allem in Norddeutschland weit verbreitet. Aber auch Gründächer mit Pflanzen oder Kies liegen aktuell bei Neubauten stark im Fokus. Zu den klassischen harten Dachbedeckungen zählen Tondachziegel, Betonsteine oder Bitumendachschindeln.

Schönheit hat ihren Preis, das gilt natürlich auch für die verschiedenen Arten von Baumaterialien. In der Regel bewegen sich die Kosten für eine komplette Eindeckung des Daches im fünfstelligen Bereich. Besonders robust und strapazierfähig sind harte Bedachungen, wie zum Beispiel Betondachsteine oder Stahlpfannen. Bei ihnen betragen die Kosten pro Quadratmeter etwas mehr als 20 Euro. Deutlich teurer wird es bei Reetdächern, Eindeckungen mit Schiefer- oder Kupferplatten.

Wichtig zu wissen: Für den Brandschutz von Häusern ist die Wahl einer weichen oder harten Bedachung entscheidend!

Dachdeckung: Vorarbeiten Schritt für Schritt erklärt

Wenn Du ein altes oder beschädigtes Dach erneuerst sind folgende Vorarbeiten erforderlich:

  • 1.Baustelle mit Schildern („Dacharbeiten!“) sichern
  • 2.zunächst alte Dachziegel- und steine abräumen
  • 3.anschließend alte Dachlatten entfernen (dazu nimmst du am besten einen Kuhfuß oder eine Dachlatte in handlicher Größe)
  • 4.nun Dachsparren abfegen und bei der Gelegenheit alte Nägel entfernen
  • 5.dann ist der ideale Zeitpunkt um alte Rinnen oder einen Schneefang abzubauen
  • 6.bei zahlreichen Dachdeckungen muss zunächst der alte Schornstein zurückgebaut bzw. abgetragen werden (Achtung: Um Fußgänger vor herabfallenden Bruchstücken zu schützen solltest Du dabei unbedingt eine Schuttrutsche verwenden!)
  • 7.sollen Solarmodule angebracht werden, solltest Du im Vorfeld die Tragfähigkeit des Daches prüfen

Darauf solltest Du beim Dachdecken achten:

  • Dachziegel oder -steine werden nicht direkt auf die hölzerne Dachkonstruktion aufgelegt
  • sie werden quer zur Dachneigung an den verlegten Latten eingehängt und je nach Art des Materials befestigt
  • für ein Blech-, Papp- oder Gründach muss eine passende Unterkonstruktion (Dachschalung) vorhanden sein
  • selbsttragend können hingegen Wellplatten oder Trapezbleche auf den Sparrenfetten eingedeckt werden
  • asbestbelastete Bauteile dürfen wegen einer Gefährdung der Gesundheit nicht bearbeitet werden (Entsorgung über einen Fachbetrieb)
  • vor der Ausbesserung von Mängeln am Dach wird empfohlen einen Bauphysiker oder Energieberater zu Rate zu ziehen

Unser Fazit:

Heute sind Dachziegel-, -pfannen und -steine in zahlreichen modernen Farben erhältlich. Sie vollenden den Stil eines Hauses und verleihen ihm einen besonderen Charme. Hausbesitzer sollten sich im Vorfeld unbedingt beim zuständigen Bauamt über die Vorschriften für Dacheindeckungen informieren, um sich Kosten und Ärger mit der Gemeinde zu sparen. Im Bebauungsplan sind alle Vorgaben für Ziegelfarben, Dachform, Dachneigung und Ausrichtung des Dachfirstes hinterlegt.